Deutschsprachig(e) im Norden Finnlands – Sprachliche Identitäten, mehrsprachige Praktiken und Spracherhalt in der Peripherie

DNFi

Projektin kuvaus

 

Ziel des von der finnischen Emil Öhmann-Stiftung unterstützten Projekts DNFi: Deutschsprachig(e) im Norden Finnlands ist es, narrative Rekonstruktionen von Sprachbiographien deutschsprachiger MigrantInnen aus verschiedenen deutschsprachigen Ländern in Nordfinnland zu sammeln und zu analysieren. Der Fokus der breit angelegten Interviewstudie liegt dabei auf (1) Konstruktionen sprachlicher Identität(en) unter Berücksichtigung von regionalen Varietäten bzw. Dialekten und mehrsprachigem Repertoire, (2) mehrsprachige Kommunikationspraktiken im Alltag und Berufsleben sowie (3) Strategien zum Spracherhalt. Besonders berücksichtigt wird dabei die Frage, wie sich Leben in der Peripherie, außerhalb urbaner Zentren, auf die angeführten Themen auswirkt und wie sich Selbst- und Fremdpositionierungen in den für die Interviewten relevanten sozialen Gemeinschaften manifestieren.  

Obwohl Deutschsprachige nicht (mehr) zu den größten sprachlichen Minderheiten in Finnland gehören, machen sie eine – nicht zuletzt aus historischer Sicht – bedeutungsvolle Sprachgruppe aus. Laut dem finnischen Statistikamt (Tilastokeskus, 2017) leben ca. 6000 Menschen mit Deutsch als Erstsprache in Finnland. Die meisten davon wohnen im dichter besiedelten Süden und in der Hauptstadt Helsinki, mehrere Hundert aber auch in anderen Regionen, viele davon z.B. in Lappland. Die Rolle Deutscher in Finnland und deutsch-finnischer Beziehungen wurde früher schon aus verschiedenen Perspektiven untersucht, bisher aber noch nicht aus soziolinguistischer Sicht. Diese Forschungslücke soll mit diesem Projekt geschlossen werden.

Tutkimusryhmät

  • SIIN (Social Interaction and Involvement)
  • Northern Sociolinguistic Encounters (NSE)

Tutkimusryhmä

Sabine Grasz

Sabine Grasz

Universitätslehrerin, Deutsche Sprache und Kultur